Weitere Materialien

  • Rücklaufzettel
    Diesen Zettel findet ihr auch in der Arbeitshilfe. Bitte füllt ihn aus und teilt uns mit, was ihr im Tatendrang-Jahr macht und vor allem, wie viele Abzeichen ihr bestellen möchtet. Ihr könnt ihn per Post an das VCP-RPS Landesbüro, Stadtgrabenstraße 25, 67245 Lambsheim, oder per Mail an Landesbuero(at)vcp-rps.de schicken.

  • Präsentation
    Ihr wollt die Aktionen Tatendrang euerer Führerrunde vorstellen? Dann haben wir eine Präsentation für euch.

  • Materialien zum Ausleihen vom Landesbüro
    Ihr braucht weiterführende Arbeitshilfen und Bücher zum Tatendrang Thema? Das Landesbüro kann helfen: Material zum Ausleihen vom Landesbüro

  • Filmtipps für Tatendrang vom Landesfilmdienst Mainz
    Interesse an einem Film? Dann meldet euch beim Landesbüro (landesbuero@vcp-rps.de). Wir können die Filme dann für euch beim Landesfilmdienst besorgen. Filmtipps für Tatendrang vom Landesfilmdienst Mainz
  • Eine Auflistung von Büchern und einer DVD zum Thema Schulden und Geld hat das Landesjugendpfarramt gemacht und können dort ausgeliehen werden. Die Liste und den entsprechenden Kontakt findet ihr hier.
  • Hier findet ihr eine kleine Hilfestellung, wenn ihr als SippenführerInnen und Akelas Hilfe braucht für Kinder, die aus materiell nicht so gut gestellten Familien kommen.

Tolle Links zum Thema

Notizen zum Expertengespräch auf der LV 2009

Auf der Landesversammlung 2009 hatten der AK Tatendrang Experten zu einer Gesprächsrunde zu unserer Aktion KindERleben eingeladen. Vier Experten aus der Region folgten dem Aufruf - es waren Profis: aus einer Heimschule; aus der Jugend- und Heimerziehung / Tagesgruppenarbeit & aus einer offenen Kindereinrichtung.

Hier ein kurzer Abriss des Expertengesprächs in Stichpunkten. Falls Ihr Kontakt zu den Experten sucht - z.B. um eine gemeinsame Aktion durchzuführen wendet Euch einfach ans Landsbüro!

Wie zeigt sich Armut?

  • Fehlende Sensibilität der Eltern für Kleidung, Essen, Erziehung 
  • Falsche, ungesunde Ernährung (z.B. Mundfäule, Bronchitis)
  • Mangelnde Körperpflege (z.B. Läuse)
  • Im Winter keine angemessene Kleidung
  • Bsp. Staubsauger saugt nicht mehr weil Beutel voll -> wird weggeworfen
  • Bildungsarmut
    • Viele Kids sind intelligent – bekommen aber zu wenig Förderung
    • Sie kommen nicht an die vorhandenen Bildungsressourcen ran
    • Kinder haben Schwierigkeiten mit dem Lernen / der Konzentration

 Soziales Umfeld

  • Eltern haben es meist selbst nicht anders erlebt
  • Meist geringes Bildungsniveau bei den Eltern
  • Eltern haben z.B. Alkoholproblem
  • Eltern geben die Verantwortung gerne an Institutionen ab
  • Das Stigma „Armut“ wollen die meisten nicht wahrhaben
  • Eltern haben häufig Schuldgefühle, in der Erziehung versagt zu haben
  • Die Eltern versuchen, aus ihrer Perspektive, das Beste zu machen – auch wenn das für uns kaum vorstellbar ist
  • Großteil der Schüler (der Heimschule) kommt aus sozialen Brennpunkten

 Wie können sich Gruppenleiter dem Thema nähern?

  • Gruppenleiter sind sicherlich mit diesen Eltern überfordert
  • Sollen sich bei Elterngesprächen Hilfe holen, z.B. über professionelle Ebenen in Gemeinden (Pfarrer etc.)
  • Wir sollen den Eltern gegenüber Wertschätzung zeigen – das stärkt
  • Elternkontakte sind auch für Profis schwierig -> auch da schließen sich die Türen -> „Das Kind hat schon wieder viel zu viel erzählt“ -> Eltern wollen die Verhältnisse nicht transparent machen
  • Im 4 Augen-Gespräch ist vieles leichter –> niemals vor einer Gruppe!
  • Zu Kids ein gutes Verhältnis aufbauen hilft
  • Vertrauensverhältnis
  • Hartnäckig bleiben
  • Aufrichtiges Interesse an den Menschen/dem Kind zeigen

Wie erleben die Betroffenen Armut?

  • Kinder und Jugendliche realisieren ihre Armut ziemlich deutlich.
  • Z.B. äußern sie vorschnell Dinge (z.B. Freizeiten: da kann ich nicht mit – auch wenn es noch gar nicht klar ist)
  • Geld ist meisten schon vorhanden nur wird es nicht sinnvoll eingesetzt
  • Luxusgüter wie Handys sind häufig im Besitz – man kann es kaufen und erst später zahlen -> Schuldenfalle
  • Lebensmittel und „nützliche“ Dinge sind teuer – und werden immer teurer – Luxusartikel (z.B. Spielekonsolen / Handy) hingegen immer günstiger
  • Werden häufig zu „Kleinkriminellen“ um an Geld zu kommen -> werden aber schnell geschnappt
  • Kinder schwänzen an Ausflugtagen damit niemand mitbekommt, dass sie es sich nicht leisten können
  • Stören häufig im Unterricht; Über das Stören im Unterricht verarbeiten sie ihre Probleme
  • Klauen Material von anderen (bzw. „leihen“ es aus) ->wenn Mitschüler sich wehren kommt es zu Prügeleien
  • Gewalt ist ihre Lösungsmöglichkeit
  • Kids haben ein katastrophales Selbstbild: „Looser der Gesellschaft“ -> dieses Bild tragen sie deutlich nach außen (ist auch eine Form von Identität)    

Essen

  • Essen -> Kinder haben teilweise keins mitbekommen für den Tag und gucken den Anderen beim Essen zu, betteln sogar
  • Können sich Essen an Schule nicht leisten (Kostet 1,70 € für Suppe & Hauptgericht & Obst oder Nachtisch)
  • Schulspeisung u.ä. -> Schule muss für etwas gerade stehen, was eigentlich der Job der Eltern ist und nicht der der Schule

Lösungsansätze

  • Selbstvertrauen schaffem – durch z.B. Expertenurkunden -> jedes Kind/Jugendlicher kann irgendwas – das muss gefördert werden
  • Fortschritte werden sofort rückgespiegelt (nicht nur Fehler und Fehlverhalten) -> meist kriegt man nur gesagt, was man nicht kann
  • Erfolgserlebnisse ermöglichen
  • Was machen die Einrichtungen der Experten:
    • Respekt vermitteln,
    • Kinder / Jugendliche wertschätzen
    • Achten des anderen (und das angstfrei),
    • Hausaufgabenhilfe,
    • viel im sportlichen Bereich (da sind diese Kids meist gut),
    • warmes Essen,
    • mit Spenden Mäppchen auffüllen / Schulmaterial besorgen
    • Unterstützung geben z.B. einen Ferienjob zu finden um etwas Taschengeld zu verdienen
  • Infos an alle! Eltern geben, an wen sie sich wg. Finanzielle Unterstützung wenden können
  • Elternfrühstück – erstmal Eltern im positiven Kontext kennenlernen

Würde eine Begegnung von Pfadis mit „armen Kindern“ klappen?

  • Mit kleinen Aktivitäten anfangen
    • Sich einlassen auf den Anderen / auf gleicher Augenhöhe begegnen
    • Spiel, Sport
    • musikalisches (z.B. Videoclip drehen)
    • Bsp. Bauwagen – da mithelfen
    • Leseabend am Lagerfeuer (auf einer Burg?)
    • Krimi in einer Polizeizelle vorlesen mit einem Jugendbeamten
      (-> Polizei mal positiv erleben – nicht nur, wenn sie am Bahnhof abgeholt werden …)
    • Rausgehen 
    • Zirkus
    • Aktionen, bei denen die „armen“ Kids zeigen können, was sie drauf haben 
  • mit Pfadfinderpädagogik machen wir einen guten Schritt
  •  „Stadtpfadfinder“ –> unsere klassische Pfadfinderarbeit ist teilweise zu überfordernd -> haben z.B. ihre eigene Sportart und können sich langsam an die Pfadfinderpädagogik rantsten

Eine angeregte Diskussion entwickelte sich auch zu dem Thema Handhabung von Fahrtenbeiträgen "armer" Teilnehmenden. Von Landesseiten wird hier eine Arbeitshilfe gewünscht.
(Wie erkenne ich, dass ein Kind wegen des Geldes nicht mitfährt wenn es andere Gründe vorschiebt? Wie kann ich Geld auftreiben (Förderverein, Kirche, Fördertöpfe, ...)? Wie kann ich den Eltern Unterstützung anbieten ohne als Wohltäter auzutreten (-> auf Augenhöhe begegnen)? ...)